DMF 45 – Erfolgsgarantie situativer Führungsstil?

Was ist dran am Führungskonzept von Blanchard & Hersey?

1977 formulierten Paul Hersey und Ken Blanchard ihre Theorie des situativen Führungsstils. 
Die Idee: Das Verhalten einer Führungskraft lässt sich in zwei unterschiedlichen Dimensionen unterscheiden:
  • Aufgabenorientierung: Ziele, Anweisungen, Deadlines stehen im Vordergrund. Es wird deutlich, was der Vorgesetzte erwartet. Die Zielrichtung ist das Resultat.
  • Personorientierung: Beziehung, soziale Faktoren, Wertschätzung stehen im Vordergrund. Die Zielrichtung ist die Motivation der Mitarbeitenden zu gewinnen.
Beim situativen Führungsstil werden die Dimensionen Aufgabenorientierung und Personorientierung als Kontinuum verstanden, das von „sehr gering“ bis „sehr stark“ reicht. Aus der Kombination der Ausprägungen dieser beiden Verhaltensdimensionen gibt es vier Stile:
  1. Dirigieren (hohe Aufgabenorientierung/geringe Personorientierung)
  2. Trainieren(hohe Aufgabenorientierung/hohe Personorientierung)
  3. Teilhaben (geringe Aufgabenorientierung/hohe Personorientierung)
  4. Delegieren (geringe Aufgabenorientierung/geringe Personorientierung)
Wann welches Verhalten sinnvoll ist, hängt vom Reifegrad der Mitarbeitenden ab.
  1. Dirigistisch – wenn geringe Sachkenntnis und geringe Motivation vorliegen
  2. Trainieren – wenn geringe Sachkenntnis aber hohe Motivation vorliegen
  3. Teilhaben – wenn hohe Sachkenntnis und geringe Motivation vorliegen
  4. Delegieren – wenn hohe Sachkenntnis und hohe Motivation vorliegen
Das Modell klingt sehr plausibel und überzeugt intuitiv.
Leider sieht es mit der wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit schlecht aus.
Die Konsequenz: denke nicht in Führungsstilen sondern entwickle deine Führungskompetenzen.
Lade Dir hier die entsprechenden Graphiken herunter:
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